Workflow-Automatisierung: So steigern Bibliotheken, Museen und Archive ihre Leistung

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Saatgutbibliothek Lahr

Saatgut statt Medien ausleihen

Den spannendsten Bestseller, das neuste Game … und ein Tütchen Samen für Schweizer Riesen?! In der Mediathek Lahr können Nutzer*innen nicht nur die verschiedensten Medien ausleihen, sondern auch Saatgut für vielfältige Pflanzenarten.

Seit rund einem halben Jahr bietet die Bibliothek am Rand des Schwarzwalds zusätzlich zu ihrem regulären Angebot einen Saatguttausch an. Besucher*innen der Bibliothek können Samen ausleihen und gewonnenes Saatgut zurückbringen oder auch ganz neue Sorten in Umlauf bringen. Die Initiatorin Anita Nuvolin verrät mehr: „Ich hatte von der Idee über das Netzwerk Grüne Bibliothek gehört und fand sie sehr spannend. Wir beschlossen, auch so etwas durchzuführen und die Umsetzung an unsere Jugend abzugeben.“

Rund 400 Samentütchen im Umlauf

So übernahmen die Auszubildende Emily Bechthold und die Absolventin eines freiwilligen sozialen Jahres die Entwicklung der Saatgutbibliothek und arbeiteten gemeinsam die Idee aus. „Dazu haben wir zunächst Anregungen im Internet gesammelt und uns inspirieren lassen. Dann haben wir Holzkästen und Papiertütchen besorgt, in denen wir einen Grundbestand an Bio-Saatgut angelegt haben“, berichtet Emily Bechthold. Dabei stand die Grundfrage im Fokus, aus welchen Pflanzen sich einfach Saatgut gewinnen lässt.

Bibliothek Lahr

Um Aufmerksamkeit für die Saatgutbibliothek zu erreichen, gab es einen Artikel in der lokalen Presse und in den Sozialen Medien. Dank des positiven Feedbacks war der erste Satz an Saatgut auch schnell vergriffen. Mittlerweile sind rund 400 Samentütchen in Umlauf, die Nutzer*innen bringen eine große Auswahl unterschiedlichen Saatgutes für Gemüse, Blumen und auch Kräuter wieder mit.

Katalogisierung in Quria möglich

„Man muss nicht unbedingt Kund*in der Bibliothek sein, um unser Angebot in Anspruch zu nehmen. Die Saatgutbibliothek nutzen viele Menschen, die eine Menge Zeit im Garten verbringen und vielleicht weniger lesen“, resümiert Anita Nuvolin und ergänzt schmunzelnd: „Wir hoffen aber, dass über die Freude am Saatgut auch das Interesse am Buch geweckt wird.“ Entsprechend sind die Samentütchen im Regal Nachhaltigkeit/Garten platziert, aber aktuell nicht katalogisiert. Tatsächlich könnte man die Ausleihe aber theoretisch auch im von Lahr verwendeten Bibliothekssystem Quria erfassen, indem man einen passenden Medientyp dazu anlegt.

Die Idee: Natürliches Saatgut zu bewahren

Die ursprüngliche Idee zur Saatgutbibliothek stammt aus den USA und wurde vor dem Hintergrund zunehmend gentechnisch veränderten Saatguts entwickelt: Nicht gentechnisch behandeltes Saatgut soll bewahrt und wieder in Umlauf gebracht werden, denn gentechnisch verändertes Saatgut entwickelt sich nicht so gut wie die natürliche Variante. Auch gehen bestimmte Sorten Saatgut bei fortschreitender Veränderung verloren. Saatgutbibliotheken sind deshalb hervorragende Orte, ursprüngliche Saaten zu hegen und zu pflegen. Dieser Ansatz entspricht vor allem auch den nachhaltigen Entwicklungszielen der UN. Und da die Stadt Lahr 2021 für das Projekt „Global Nachhaltige Kommune in Baden-Württemberg“ ausgewählt wurde, möchte auch die Mediathek einen Beitrag leisten.

Dort wird es künftig sogar noch grüner: „Neben der Saatgutbibliothek wollen wir im kommenden Jahr Hochbeete im Innenhof aufstellen und ein Projekt in Richtung Urban Gardening oder eine Kooperation mit KiTas starten. Außerdem bieten wir zahlreiche Veranstaltungen an, die ebenfalls auf das Thema Nachhaltigkeit ausgelegt sind“, so Anita Nuvolin.

 

 

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